Louisa Mody hat bereits einen umfangreichen Fantasyroman geschrieben und arbeitet bereits an einem Fortsetzungsroman. Frau C. Reisinger unterrichtet Louisa Mody seit drei Jahren im Fach Deutsch und hat Louisa für den EinBlick interviewt: 

Wie bist zum Schreiben gekommen?

Schon in der Grundschule habe ich mir immer Geschichten ausgedacht, mein Kopf war irgendwann so voll mit Ideen, dass ich sie aufschreiben musste, um sie nicht zu vergessen. Mit 9 Jahren habe ich dann angefangen, ein erstes Buch zu schreiben und wurde am SMG immer von meiner Deutschlehrerin in der 5. Klasse ermutigt, weiter zu schreiben. Mit 11 Jahren habe ich dann begonnen, „Fanyra" zu schreiben.

Wieso interessiert dich gerade das Fantasy-Genre?

Ich finde das Genre so faszinierend, weil es einem kaum Grenzen setzt. Wenn nun doch eine Fee durchs Klassenzimmer schwebt oder ein Drache auf dem Dachboden wohnt, lässt die Fantasy das zu. Es ist mein Lieblingsgenre, weil es so einen großen Kontrast zu der wirklichen, rationalen Welt bietet.

Woher bekommst du deine Ideen und Inspirationen?

Ehrlich gesagt: Ich habe keine Ahnung. Manchmal wache ich auf mit dem Gedanken: „Das muss ich mir unbedingt merken!“ und binde die Idee dann in eine Geschichte ein. Aber viele Handlungen oder Charakterzüge basieren auch auf Erlebnissen aus meinem Leben, die so noch eine ganz andere Bedeutung bekommen. 

Wie lange hast du an deinem ersten Roman geschrieben?

Mit 11 Jahren habe ich angefangen, „Fanyra“ zu schreiben, und es dauerte ganze 4 Jahre, bis ich endlich fertig und zufrieden war. Aber natürlich gibt es immer etwas, das man noch verändern kann, und ich überarbeite das Buch auch heute noch.

Worum geht es in „Fanyra“?

Die junge Elfe Fanyra erfährt von ihrer Bestimmung, zusammen mit drei weiteren Auserwählten das Reich vor dem bösen Herrscher Xerion und seinen Schatten zu schützen. Der weite Weg zu Xerion steckt voller Gefahren und Überraschungen, denn sowohl Freundschaft als auch Verrat kommen von unerwarteter Seite. Fanyra wächst an ihrer Aufgabe und über sich hinaus, doch die größte Gefahr für ihre Mission trägt sie in ihrem Herzen…

Wird es eine Fortsetzung geben?

Momentan schreibe ich am zweiten Band, aber ich bin mir sicher, dass Fanyra und ihre Freunde noch genug erleben werden, um eine Trilogie zu füllen.

Möchtest du deinen Lesern eine Botschaft vermitteln?

Fanyra und ihre Freunde kämpfen in dem Buch für mehr Gerechtigkeit und für die Gleichbehandlung verschiedener Völker. Außerdem wollen die Trolle ihren Wald, ihre Heimat, zerstören und die Elfen wehren sich dagegen. Ich möchte damit noch einmal aktuelle Themen wie die Zerstörung der Regenwälder und die diskriminierende Verhaltensweisen vieler Menschen thematisieren und meine zukünftigen Leser:innen auf Fehlentwicklungen aufmerksam machen. Wir haben nur diese eine Welt.

Welchen Tipp kannst du anderen geben, die vielleicht auch Interesse am Schreiben haben?

Ein leeres Blatt kann manchmal ganz schön demotivierend sein. Selbst wenn man gerne Geschichten schreiben würde, fällt einem nicht immer etwas ein. Am besten schreibt ihr deshalb alles auf, was euch Inspirationen liefern könnte, sammelt Postkarten oder lest andere Bücher. Oft lernt man auch viel aus Filmen, was einem selbst gefällt und was man eher uninteressant findet. Ich leite mit einer Freundin auch die Geschichten AG, in der wir anderen Kindern helfen wollen, Geschichten zu schreiben, falls sie möchten.

Was ist dir sonst noch wichtig zu sagen?

Habt Spaß an dem, was ihr tut oder überlegt, ob es euch wirklich etwas nützt. Es ist euer Leben und falls ihr einen ganz besonderen Traum habt, dann sorgt dafür, dass er Wirklichkeit werden kann!

Ansonsten kann ich euch nur dazu ermutigen, selbst mit dem Schreiben anzufangen, es hilft manchmal sehr, um den Kopf frei zu bekommen. 

Leseprobe:

Die Bäume wirkten an diesem Morgen, als würden sie ahnen, dass wir aufbrechen würden. Ihr leises Rauschen trug wispernde Warnungen und Abschiedsworte mit sich, in einer Sprache die wir nicht verstanden. Sobald wir uns von der Lichtung entfernten, fiel kaum noch Sonnenlicht auf den dichten, grünen Waldboden und alles wirkte heute besonders verwunschen und lebendig. Der kleine Bach, den wir nun schon öfter auf unserer Reise getroffen hatten, schlängelte sich nur wenige Meter neben uns durch den Wald und begleitete uns mit seinem fröhlichen Plätschern. Safran glitt über uns zwischen den Bäumen umher, dort, wo die Äste weniger dicht waren und sie genug Platz hatte, zwischen den Baumriesen ihre Flügel auszubreiten. In einem leichten Trab folgten wir ihr zu Fuß, Ihtsnokh hatte ein wenig Mühe, mit meiner Leichtfüßigkeit und Meiks Ausdauer mitzuhalten, doch er sprang munter durch die Gegend und schlug immer wieder Haken zwischen den Bäumen.
 „Psst, hör jetzt mal auf zu singen, so hören uns selbst taube Würmer hundert Schritt im Erdboden!", meinte Meik lachend zu dem kleinen Kobold. 
Nur äußerst widerwillig unterbrach dieser sein allzu typisches Herumgekrähe und ließ den wenigen Vögeln nun wieder den Vortritt. 

Louisa Mody (10d)